Schifferkapelle

Die Kapelle ist der letzte erhaltene Teil eines vom Landrat von Zieten in seinem Park eingerichteten fiktiven Friedhofs. Sie blieb relativ intakt, da sie noch nach dem zweiten Weltkrieg von drei in Wustrau ansässigen Fischer-Familien zum Unterstellen von Fischernetzen und Utensilien genutzt wurde.

FONTANE dazu in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“

„… Selber eine Kuriosität, brachte er (Anmerkung: Der Landrat Friedrich Christian Ludwig Emil Graf von Zieten, Sohn des Husarengenerals Hans Joachim von Zieten) es über die Kuriositätenkrämerei nie hinaus. Sein Witz und Humor verstiegen sich nur bis zur Lust an der Mystifikation. Den Altertumsforschern einen Streich zu spielen, war ihm ein besonderer Genuss. Er ließ von eigens engagierten Steinmetzen große Feldsteine konkav ausarbeiten, um seine Wustrauer Feldmark mit Hilfe dieser Steine zu einem heidnischen Begräbnisplatz avancieren zu lassen. Am Seeufer hing er in einem niedlichen Glockenhäuschen eine irdene Glocke auf, der er zuvor einen Bronzeanstrich hatte geben lassen. Er wusste im voraus, dass die vorüberfahrenden Schiffer, in dem Glauben, es sei Glockengut, innerhalb acht Tagen den Versuch machen würden, die Glocke zu stehlen. Und siehe da, er hatte sich nicht verrechnet, und fand nach drei Tagen schon die Scherben. Solche Überlistungen freuten ihn, und man kann zugeben, dass darin ein Äderchen von der Herzader seines Vaters sichtbar war.“

Vgl. Fontane, Theodor; Wanderungen durch die Mark Brandenburg

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